Myanmar II - heavenly hike to Inle-Lake and reunion in Mandalay

Hallo ihr Lieben,

und da bin ich auch schon wieder. Wie versprochen haue ich gerade ordentlich in die Tasten, um die fehlenden Berichte nachzuholen. Und zudem wartet gerade ein neues Abenteuer darauf, schriftlich festgehalten zu werden. Ich sende euch an dieser Stelle nämlich ganz liebe Grüße aus Sri Lanka :-)

Aber bleiben wir erstmal bei meiner Weltreise und dem Abenteuer Myanmar. Den ersten Teil über die Stationen Yangon und Kalaw gibt es HIER. In diesem Bericht geht’s weiter mit dem Inle-Track, den ich von Kalaw aus gemacht habe. Es gibt diverse Optionen, ich habe mich für die 2 Tage/1 Übernachtungs-Variante entschieden. Von meinem Hostel bin ich in den frühen Morgenstunden Richtung Treffpunkt gelaufen. Ich hatte keine Erwartung, vor allem nicht aufgrund der Reisegruppe. Entweder Sie ist gut und ich habe Spaß, oder ich nutze die 2 Tage für mich um meine Gedanken am Ende der Reise ein wenig zu sortieren. Dort angekommen habe ich aber relativ schnell gemerkt, dass das doch ein lustiges Abenteuer werden könnte. Ich habe nämlich die wohl 2 verrücktesten Vögel, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe, getroffen. Darf ich vorstellen, Michael (trockene Sprüche alla „Buddha bei de Fische“) und Yvonne (mit einer Energie die seines gleichen sucht alla „Duracell-Häschen“), gleicher stumpfer Humor wie ich, singfreudig und viel Blödsinn im Kopf und die Tour wurde zu einem Highlight auf meiner ganzen Reise. Oh man, wir haben gequasselt wie Wasserfälle, gesungen wie Rockstars und Fotos geschossen, wie Asiaten auf Drogen. 

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Gruppe bestand aus einem polnisch-französischen Pärchen, Yvonne, Michael und ich sowie unser wirklich liebevoller Guide Zaw Min Htwe (in Myanmar werden die Namen wie folgt gebildet: 1. Wochentag der Geburt, 2. Eigenschaft (die bestimmt man erst nach einigen Wochen, wenn man das Kind kennengelernt hat) und 3. Reihenfolge in der Familie, z.B. Junior). Zunächst wurden wir mit einem Pick-Up zum Startpunkt gefahren, da die 2-Tagestour nicht direkt von Kalaw aus gestartet ist. Am Startpunkt allerdings das erste Highlight – eine burmesische Hochzeit auf die wir ganz spontan eingeladen wurden. Somit wurde ein Tisch für uns frei gemacht und das Essen serviert. Was es genau gab, kann ich nicht mehr so genau wiedergeben, aber es war verdammt lecker und wir haben die Atmosphäre und die Gastfreundlichkeit sehr genossen. In Myanmar werden Hochzeiten sehr groß gefeiert und Familienangehörige gehören ebenso zu den Gästen, wie Nachbarn aus dem großen Umkreis. Somit sind es gerne mal ein paar Hundert Leute, die auf einer Hochzeit angewesen sind. Symbolisch ist hier auch die Kleidung. In Myanmar herrscht eine Flip-Flop Kultur und auch auf der Hochzeit wurde diese Schuhsorte von allen Gästen inkl. des Brautpaars getragen.

Tuk Tuk Fahrt zum Startpunkt
die ältere Generation an Hochzeitsgästen
der Gabenschrank
das Brautpaar (auf die Schuhe achten ;-)
die kleinen Hochzeitsgäste

Nachschlagspunkt ;-)
Mittagsrunde (um 10 Uhr früh) ;-)
Danach ging es dann zu Fuß durch die Landschaft von Myanmar. Durch die geografische Lage ging es insgesamt durch 3 verschiedene Zonen. Die „bunte“ Zone, die vor allem durch die Chili-Ernte geprägt ist, dann die „Getreide-Zone“ und zum Ende die Wälder vorm Inle-Lake. 38,5 km bis zum Boot, das uns über den Inle-Lake zu der gleichnamigen Stadt bringt. Während der Wanderung hat uns unser Guide mehr vom Leben in Myanmar und dem strengen buddhistischen Glauben erzählt. Der Grundsatz ist „every action has a reaction“ – also wenn du Gutes tust, bekommst du auch Gutes zurück. Und das wird gelebt, ebenso wie die Grundsätze (analog unserer 10 Gebote): 1. Nicht töten, 2. Nicht lügen, 3. Nicht stehlen, 4. Keinen Rausch (Alkohol/Drogen etc.) und 5. Kein Sex mit verheirateten Menschen (also Ehebruch). Ich war wirklich begeistert, wie unser Guide bei dem Thema mit leuchtenden Augen gesprochen hat. Er lebt das. Und er glaubt daran. Genauso wie beim Thema Frauen. Er wartet auf die Richtige. Somit gibt es weder einen Kuss, noch Sex vor der Ehe. Die Landbevölkerung ist da sehr streng, die Menschen in der Stadt sind da etwas lockerer und küssen auch schon einmal vor der Ehe. Der traditionelle Prozess läuft wie folgt ab. Gefällt dem Mann ein Mädchen geht er zu ihrem Haus und spielt mit der Gitarre Liebeslieder. Kommt die Auserwählte runter, dann ist das ein Zeichen gegenseitigen Interesses. Kommt Sie nicht, dass in das ein klassischer Korb. Im zweiten Schritt wird der Mann dann zu einem Lagerfeuer eingeladen, welches gemeinsam mit der Familie der Frau stattfindet. Ist die Familie mit dem Herren nicht einverstanden, bleiben Sie den ganzen Abend mit am Feuer. Sind sie es hingegen, macht die Familie einen Rückzug, sodass die beiden Verliebten Zeit haben, sich  kennenzulernen. Und hier spreche ich, wie bereits oben erwähnt, wirklich nur vom Reden. Wenn dann alles passt bleibt man ca. 2 Jahre zusammen (wohnt aber nicht zusammen) und dann gibt’s die große Hochzeit, den ersten Kuss und in der Regel auch den ersten Sex. Und der könnte durchaus auch der Startschuss für den Familienzuwachs sein. Unser Guide glaubt an die große Liebe, singt davon und hat einen sehr verträumten Eindruck gemacht. Er wartet auf den Moment, für eine Frau Liebeslieder zu spielen. Wie romantisch :-) Gestoppt haben wir dann zur Mittagszeit in einem Privathaus, wo für uns ein klassisches burmesisches Gericht gezaubert wurde. Nach dieser Stärkung ging es dann weiter in Richtung eines kleinen Dorfes, was zugleich unser Nachtlager darstellte. Auf dem Weg haben wir gesungen, getanzt, tiefgründige und tolle Gespräche geführt, lustige Fotos geschossen und die Natur genossen :-) Und das Leben kennengelernt. Ernte per Hand, Transport mit Holzkarren und Ochsen. Das Leben, wie man es eigentlich vor vielen Jahrzenten kennt, findet hier noch statt. Angekommen am Nachtlager haben wir uns auch hier bei einer Privatfamilie einquartiert und das Leben auf dem Land kennenlernen dürfen. Heißt, waschen in einer offenen Wasserstelle und Schlafen auf dem Holzfußboden. Das Abenteuer Dusche haben Yvonne und ich mal voll durchgezogen und haben, ganz zur Erheiterung der anderen, kreischend und kichernd das kalte Wasser auf unseren Körper verteilt. Und dann gab es leckeres Abendessen, viele spannende Geschichten aus Myanmar und einen wunderschönen Sternenhimmel. Was für ein toller Tag.
unser wirklich liebevoller Guide Zaw Min Htwe
Mittagessen bei einer Familie im Wohnzimmer
ach mich haben aber auch die Kinder fasziniert ;-)
ein paar Spielereien ;-)
Chili-Ernte
Chili-Ernte
Chili-Ernte


der Inle-Track
Fotoshooting bei Sonnenuntergang
Fotoshooting bei Sonnenuntergang
Fotoshooting bei Sonnenuntergang


Fotoshooting bei Sonnenuntergang
unser Schlafgemach
die Nasszelle ;-)
Abendessen
ein wohlverdientes Feierabendbier
Am anderen Morgen ging es nach dem Frühstück und ein paar Abschiedsfotos wieder auf den Wanderweg und Richtung Inle-Lake. Da wir so viel getrödelt haben, waren wir die letzten, die beim Mittagessen angekommen sind. Wieder einmal mit traditionellen Speisen und viel Blödsinn im Kopf. Dann ging es weiter zum Inle-Lake und da hieß es Abschied nehmen von unserem Guide. Ich Tollpatsch hab den kleinen Buben einfach in den Arm genommen und „an meine Brust gedrückt“, hier sind wir aber wieder bei der Religion und das war nicht die beste Idee. Hab den Buben sichtlich verwirrt, was mir im Nachhinein sehr unangenehm war. Dann ging es auf ein kleines Boot, das uns dann in die Stadt gefahren hat. Die Bootsfahrt war eine tolle Panorama-Fahrt, die ich echt genossen habe. Ein wundervoller Ausflug mit dem Krönchen, 2 wunderbare Menschen kennengelernt zu haben. Danke Yvonne und Michael für das lustige Abenteuer :-)
Muskelposing bei der Reisernte
Abschiedsfoto bei der Gastfamilie (zum Thema Sprungsfotos hab ich ja eins von Schmiddi gelernt: Mund aufreisen und große Augen machen lässt jedes Foto spektakulärer aussehen ;-)

Abschiedsfoto mit der Gastfamilie
Korbproduktion auf dem Lande und 2 verrückte Hühner
süß...
unser Guide hat uns alles am Wegesrand gezeigt - hier wie man Seifenblasen aus Blüten pustet :-)
mühevolle Handarbeit - die Reisernte
Auch Yvonne war fasziniert von den süßen Kiddies
wie im alten Rom...
und der Micha machts mit dem kleinen Finger...
wundervolle Landschaft...
Blödsinn am Wegesrand
Baum-Foto-Shooting :-D
Baum-Foto-Shooting :-D
Baum-Foto-Shooting :-D
die Ernte wie vor vielen Jahrzehnten in Europa...
die Ernte wie vor vielen Jahrzehnten in Europa...
die Ernte wie vor vielen Jahrzehnten in Europa...



die Ernte wie vor vielen Jahrzehnten in Europa...
durch die Felder von Inle
tolle Aussicht
Selbstauslöser :-)
Fotos, die die Welt nicht braucht...
schöne Landschaft...
die letzten Meter bis zum Inle-Lake
die letzte gemeinsame Mahlzeit auf dem Track
Abschiedsfoto
auf gehts auf den Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Zufahrt Inle-Lake
Abends sind wir dann noch einen Happen Essen gegangen, bevor wir dann auch in unsere Unterkunft verschwunden sind. Am Inle-Lake macht alles um 21 Uhr dicht und demnach war der Hund relativ früh begraben. Am anderen Morgen habe ich mal wieder ein paar Pflichten abgearbeitet, Wäsche gewaschen und meinen Nachtbus nach Mandalay gebucht. Nachmittags ging es mit Yvonne und Michael noch mit dem Rad auf das Wineyard Red Mountain Estate . Dort haben wir eine kleine Weinprobe gemacht, nett gequatscht und den Sonnenuntergang genossen, eh es wieder mit dem Radel zurück in die Stadt und für mich mit dem Bus nach Mandalay ging.

Aussicht von der Weinprobe
Aussicht von der Weinprobe
Aussicht von der Weinprobe
wir Hühner bei der Weinprobe
Aussicht von der Weinprobe


Sonnenuntergang direkt vom Vineyard
Die Busfahrt war sehr kurvig und holprig und mitten in der Nacht bereits zu Ende. Glücklicherweise konnte ich noch in der Nacht einchecken und somit ein bisschen im bequemen Bett schlafen. Am anderen Morgen habe ich nach einem ausgiebigen Frühstück auf meine Reisebegleitung gewartet. Jenny, ihr kennt das Mädel aus meinen Australien- und Fiji-Berichten, hat sich spontan dazu entschieden, mich auf meinen letzten Tagen bis nach Bangkok zu begleiten. Und somit habe ich auf Sie gewartet. Allerdings bekam ich von ihr einen Anruf, dass ihr Visa nicht bestätigt war und sie somit in China festgehalten wurde. Mit Ach-und Krach konnte Sie dann aber glücklicherweise umbuchen und mit einer späteren Maschine gen Myanmar fliegen. Eigentlich war von mir nicht geplant, sie vom Flughafen abzuholen, da dieser sehr weit außerhalb der Stadt war. Aber nach den Strapazen habe ich mir gedacht, dass ein vertrautes Gesicht genau das richtige ist. Eingepackt habe ich noch eine Cola und ein paar Bananen (gib Jenny Obst und Zucker, dann ist Sie glücklich) und dann habe ich mich ins Abenteuer gestürzt. Ihr denkt euch jetzt bestimmt: Abenteuer?! Oh ja. Da ich Geld sparen wollte habe ich ein Motorrad-Taxi genommen. Der Typ war schon sehr verwundert, warum man ein Motorrad-Taxi nimmt zum Flughafen und kein Gepäck dabei hat. Aber er fand die Geschichte auch sehr amüsant und hat mich in einer rund einstündigen Fahrt zum Flughafen Mandalay gefahren. Und das war mal wieder ein Erlebnis, durch Wälder und Wiesen, über Stock und Stein und mit einer persönlichen Guide-Funktion wurde ich sicher am Flughafen abgesetzt und da stand dem Wiedersehen nichts mehr im Wege. Jenny hat sich riesig gefreut und war glücklich, dass wir gemeinsam wieder ins Abenteuer starten können.

Angekommen am Hostel haben wir nur schnell Jennys Sachen geparkt, um noch fix zur U-Bein-Brücke zu fahren. Der Sonnenuntergang hier ist einer der Highlights in Myanmar. Gerade noch rechtzeitig haben wir uns auf die Brücke gestürzt und die Atmosphäre mit einer frischen Kokosnuss genossen. Zudem habe ich mir hier ein weiteres Bild für meine Sammlung zugelegt :-) Abends sind wir noch wirklich lecker burmesisch Essen gegangen (das beste Curry, was ich je gegessen habe!!) und haben den Abend ganz locker ausklingen lassen.

Ausblick von der U-Bein-Brücke
U-Bein-Brücke Mandalay (ohne Filter - generell wurde keins meiner Bilder bisher nachbearbeitet)
U-Bein-Brücke Mandalay
U-Bein-Brücke Mandalay
ein neuer Schatz in meiner Sammlung :-)


Am anderen Morgen klingelte der Wecker sehr früh. Wir haben uns für den unkonventionellen Weg Richtung Bagan entschieden, einem Boot. Rund 9 Stunden dauert die Bootstour über den Ayeyarwady-Fluss bis nach Bagan. Zunächst haben wir den Sonnenaufgang genossen, dann ein leckeres Frühstück. Danach wurde in einem kleinen Dorf direkt am Fluss gehalten und uns dabei das Leben der Menschen erklärt. Hutproduktion und Erdnuss-Ernte sind die Einnahmequellen dieser kleinen Gemeinde, die bereits über einen Schule verfügt. In der Schule war es toll, ich habe mit den Kindern rumgealbert und dabei fast den Anschluss an die Gruppe verpasst :-) Dann ging es zurück aufs Boot zum Mittagessen und Richtung Bagan. In Bagan angekommen haben wir uns in einem Hotel eingecheckt und noch zu Abend gegessen, bevor wir todmüde ins Bett gefallen sind. Jenny ist leider krank in Myanmar angekommen, und somit war Schlaf die beste Medizin. Darüber hinaus ist eins der Highlights der Sonnenaufgang über den Tempeln von Bagan und diesen wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen :-)

Sonnenaufgang auf dem Ayeyarwady-Fluss
Sonnenaufgang auf dem Ayeyarwady-Fluss


Sonnenaufgang auf dem Ayeyarwady-Fluss
Sonnenaufgang auf dem Ayeyarwady-Fluss

Zwischenstop in einer kleinen Gemeinde direkt am Ayeyarwady-Fluss
Zwischenstop in einer kleinen Gemeinde direkt am Ayeyarwady-Fluss - Hutproduktion
Zwischenstop in einer kleinen Gemeinde direkt am Ayeyarwady-Fluss - Hutproduktion
zuckersüße Kiddes
Erdnuss-Saat


Spaß mit den Schulkindern
Spaß mit den Schulkindern


Aussicht vom Fluss
Die Impressionen von Bagan sowie unsere weitere Reise durch Myanmar gibt’s allerdings erst im nächsten Bericht, der schon fertig getippt ist und somit in den nächsten Tagen online kommt :-) Freut euch auf die tollen Fotos :-)


Es grüßt Euch herzlich,
Eure Sandra

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