Sri Lanka I - new adventure before restarting worklife

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder :-) Nach den 10 Monaten „around the world“ habe ich mir doch tatsächlich wieder den Rucksack aufgesetzt. Und dieses Mal hat mich der Flieger ins wunderschöne Sri Lanka gebracht.

Sri Lanka, ehemals Ceylon, ist eine kleine Insel im indischen Ozean, etwa genau so groß wie unser Bundesland Bayern. Hier leben rund 22 Mio. Menschen, die mehrheitlich dem Buddhismus angehören. Aber auch Muslime und (vor allem im Norden) Hindus sind in einer entsprechenden Anzahl vertreten. Sri Lanka ist ein ganz besonderes Land, da hier ein wirklich einzigartiger Mix aus Natur und Tierwelt vorliegt. Frei lebende Elefanten und Leoparden, Affen und Reptilien. Ein Hochgebirge, kilometerlange Traumstrände und eine ausgeprägte Kultur. Kaum ein Land auf der Welt ist so vielfältig wie Sri Lanka. 2004 wurde Sri Lanka, wie viele Inseln im indischen Ozean, vom Tsunami getroffen. Die Strandabschnitte waren total zerstört und rund 30.000 Menschen haben durch diese Naturkatastrophe ihr Leben verloren. Die Menschen auf Sri Lanka haben allerdings diesen Schicksalsschlag als Startschuss gesehen, um das Beste aus dem Land herauszuholen. Heute lebt Sri Lanka neben der Tee-Ernte somit auch vom Tourismus. Rund 6 % des gesamten weltweiten Tee-Volumens wird in Sri Lanka geerntet und somit bildet Sri Lanka nach China (40 %) und Indien (24 %) das drittstärkste Tee-Exportland.

Wie bereits in meinem Abschlussbericht (wer ihn noch nicht gelesen hat, bitte HIER klicken und unbedingt lesen) bin ich noch nicht müde und auch das Buch meiner Auszeit ist noch mitten im Abenteuer. Und ich stelle es mir echt schwer vor, mit einem offenen Buch in einen neuen Lebensabschnitt zu starten. Somit habe ich genau 2 Tage nach meiner Vertragsunterschrift bei meinem neuen Arbeitgeber ein One-Way-Flugticket nach Colombo gebucht. Den Rückflug wollte ich flexibel gestalten. Ich hatte rund 6 Wochen Zeit um mich einfach treiben lassen. Wenn es mir gefällt die ganze Insel sehen, wenn nicht mir die Option offen halten, noch andere Länder anzusteuern.

Wie immer hab ich im Voraus nichts geplant, außer dass ich meine erste Hostelnacht gebucht habe. Ein Surfcamp, wo ich meine Fähigkeiten auf dem Brett ganz stark optimieren wollte, hatte ich ebenfalls im Vorfeld gebucht. Alles andere war offen und nur mit Rucksack und Reiseführer habe ich mich dann in den Flieger gesetzt und mich ins Abenteuer Sri Lanka gestürzt. Beim Lesen des Reiseführers auf dem Hinweg habe ich mich aber ein bisschen erschrocken. Manchmal macht es nämlich Sinn, diesen vor Reiseantritt zu studieren, um auch die richtigen Utensilien dabei zu haben. Regel Nummer 1 ist nämlich, dass Frauen nicht leicht bekleidet in den Städten herumlaufen sollen. Ich hatte nur meine kurzen Höschen dabei. Hurra… :-D Naja, es gibt ja nichts, was man nicht kaufen kann und somit bin ich mitten in der Nacht in Colombo gelandet. Nach der kurzen Visa-Schlange ging es dann vorbei an unzähligen Haushaltsgeschäften, wo die Einheimischen noch mal schnell einen Kühlschrank geshoppt haben. Ihr glaubt es nicht aber selbst mitten in der Nacht wird da gekauft wie bekloppt und auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass es dort um ein vielfaches günstiger als in der Stadt sei. Nach einer mühsamen Verhandlung mit den Taxifahrern wurde ich dann sicher in mein Hotel gebracht. Dort habe ich mich fix, meinen Mitbewohnern zur Liebe, auf dem Flur umgezogen und mich nahezu geräuschlos ins Bett gelegt. So nett wie ich doch war um 4 Uhr morgens, so scheiße waren die Mädels auf meinem Zimmer am anderen Morgen. In den 10 Monaten ist mir sowas nämlich noch nie passiert, was sich eins der Mädels erlaubt hat. Um 6 Uhr ging lautstark ihr Wecker und die gute Dame hat dann erstmal eine halbe Stunde lang alle 5 Minuten den Wecker geschlummert. Sodass um halb 7 alle wach waren, außer sie. Geht’s noch?! Somit waren auch die anderen Mädels wach und haben damit angefangen, ihre Klamotten in Plastiktüten zu verpacken und den Rucksack für die Abreise vorzubereiten. Hurra, 2,5 Stunden Schlaf nach einer 16-stündgen Anreise sind ja auch total ausreichend. Somit bin ich dann auch gegen 8 Uhr aus meinem Bett gekrochen, hab gefrühstückt und mir dann überlegt, die Stadt zu besichtigen. Da die Leute im Hotel alle komisch waren, ging es alleine auf Tour durch eine der beiden Hauptstädte von Sri Lanka (die andere ist Sri Jayawardenapura). Mein Reiseführer hatte einen Spaziergang durch die Stadt empfohlen, den ich dann mal gemacht habe. Um in die Stadt zu kommen habe ich mich in einen Local-Bus gesetzt und wurde angeschaut wie ein Auto. Scheinbar nimmt man als Tourist hier ein Tuk Tuk und nicht den brüllend warmen Bus der Einheimischen. Dann ging es zu Fuß durch die Gassen der Hauptstadt und ich hab mich wirklich unwohl gefühlt. Es waren nur Männer auf den Straßen, die mich natürlich mit meinem europäischen Teint schnell wahrgenommen haben. Der Spaziergang war interessant, da man so in das tatsächliche Leben einsteigen konnte. Aber es war nicht schön. Mittags gab es dann ein traditionelles Sri Lanka Curry, was mir aber fast den Mund verbrannt hat. Man merke: Sri Lankan Style ist nichts für die meisten Europäer. So scharf, das war nicht mehr feierlich… dann habe ich mir auch wieder einen Bus gesucht und mich zurück zum Hostel fahren lassen. Erst einmal akklimatisieren. Bei 35 Grad ohne Wind war das auch notwendig. Danach habe ich mir noch einen Obstsalat gezaubert und bin abends in einem traditionellem Restaurant essen gewesen. Was ich gegessen habe, kann ich nicht sagen. Es war die Empfehlung des Kellners und sehr lecker ;-)

"Innenstadt" von Colombo
"Innenstadt" von Colombo
Jami ul-Alfar-Moschee in Colombo
einer der vielen Hindu-Tempel in Colombo
einer der vielen Hindu-Tempel in Colombo
einer der vielen Hindu-Tempel in Colombo
Museum in Colombo
Am anderen Morgen ging es dann rechtzeitig zum Bahnhof. Mein Plan war gen Süden zu reisen, sodass ich rechtzeitig im bereits gebuchten Surfcamp ankomme. Erster Stop: Hikkaduwa. Als eins der wenigen asiatischen Länder verfügt das Land über eine wirklich gute Infrastruktur und bietet neben der Bahn auch umfangreiche Busstrecken an. Bahnfahren ist in Sri Lanka aber etwas Besonderes. Es dauert zwar länger als mit dem Bus, aber das Panorama ist einzigartig. Von Colombo nach Hikkaduwa ging es rund 3 Stunden direkt am Meer entlang Richtung Süden. Ich hab wirklich Glück gehabt, dass ich einen Sitzplatz bekommen habe. Auf dieser Strecke kann man nämlich keine Plätze reservieren und da die öffentlichen Verkehrsmittel sehr günstig sind, werden sie auch umfangreich von den Einheimischen genutzt. Somit konnte ich die Aussicht einfach nur genießen und die Vorfreunde auf das Abendteuer Sri Lanka ansteigen lassen.

Bahnhof Colombo
Zugfahrt von Colombo nach Hikkaduwa
Zugfahrt von Colombo nach Hikkaduwa
Am anderen Morgen habe ich mich dann mit dem Bus auf den Weg nach Unawatuna gemacht, einem kleinen Küstenort östlich von dem Weltkulturerbe Galle. Dort habe ich dann nach einem unendlich langen Fußmarsch in der Mittagshitze schweißgebadet mein Hostel erreicht. Nach dem einchecken habe ich dann auch meine Zimmernachbarin kennengelernt, eine Russin, die nicht mit mir sprechen wollte und sich erstmal genüsslich in unserem Zimmer ein Zigarettchen angezündet hat. Na super. Das kann ja was werden. Generell habe ich mich in diesen 4-Wänden überhaupt nicht wohl gefühlt, sodass ich bereits gedanklich meine Abreise am anderen Morgen geplant hatte. Scheiß auf die 7 €, die ich bereits für die Folgenacht bezahlt hatte, aber hier musste ich nicht länger bleiben. Am Nachmittag habe ich mich in einen Bus gesetzt und die Stadt Galle besichtigt. Bekannt für Galle ist das Fort, welches eine kleine Festung direkt am Meer ist. Hier kann man sehr gut auf der Mauer spazieren gehen und in den kleinen Gässchen stöbern. Zufälligerweise war gerade im anliegenden Cricket-Stadion die Highschool-Meisterschaft, sodass in Galle echt viel los war. Tausende Menschen waren im und um dem Station und haben ihre favorisierte Mannschaft angefeuert. Straßenverkäufer haben durch den Zaun den Kindern Spielsachen und andere Händler den Leuten Erdnüsse verkauft. Ich hab mir dann erstmal ein Päckchen Erdnüsse gegönnt und habe nicht schlecht gestaunt, als ich die Verpackung gesehen habe. Ein altes vollgeschriebenes Blatt aus dem Collegeblock wurde in eine kleine Tüte umgewandelt. Recycling mal anders ;-) Nachdem ich dann ein bisschen im Fort spazieren war sind mir die Schüler-Massen aufgefallen. Es sah aus wie ein Wandertag mehrerer Schulen. Auf Nachfrage bekam ich mitgeteilt, dass es in Sri Lanka üblich ist, dass die Schulen an Freitagen Ausflüge machen. Und heute war Galle das Ziel. Nachdem ich rund 2 Stunden hin- und her und hoch- und runter gelaufen bin, hat es mir auch gereicht (wir hatten es ca. 35 Grad und eine drückende Hitze) und ich habe mich wieder in den Bus gesetzt und bin zurück nach Unawatuna getuckert. Dort angekommen bin ich noch ein bisschen durch die kleinen Gassen geschlendert, bevor ich mich wieder zurück ins Hostel bewegt habe. Dort wurde ich gefragt, ob ich denn auch am Abend etwas trinken möchte, das würde dann für uns eingekauft werden. Hierbei ist anzumerken, dass es in Sri Lanka ausschließlich Alkohol in s.g. Liquor-Stores gibt. Die haben zudem nur begrenzte Öffnungszeiten und daher muss man, wenn man etwas braucht, einen derartigen Laden aufsuchen. Ich wollte diesem Hostel doch noch eine Chance geben und habe deshalb eine Falsche Arak (Kokos-Schnaps) bestellt. Nach dem gemeinsamen wirklich hervorragenden Essen ging es dann rund. Gemeinsam haben wir gequatscht, Spiele gespielt und getrunken. Der Abend war witzig, die Party in der Banana Leaf Bar lustig und irgendwie habe ich dann doch angefangen, diesen Ort zu mögen.

Erdnüsse in Collegeblock-Papier ;-)
Fans am Zaun des Cricket-Stadions
Fort in Galle
Schülergruppen am Fort in Galle
Schülergruppen am Fort in Galle
Schülergruppen am Fort in Galle
Ausblick vom Fort auf das Cricket-Stadion
Nach einem etwas längeren Schlaf aufgrund der Party haben wir zusammen gefrühstückt und dann entschieden, gemeinsam den Strand zu besuchen. Somit bin ich mit den Mädels ins Tuk Tuk und an einen Strandabschnitt östlich von Unawatuna gefahren. Ein wunderschöner Strand, etwas abgelegen aber daher touristisch nicht überfüllt. Das war echt schön. Mittags ging es dann zurück zum Hostel, da zwei Backpacker-Jungs (gelernte Köche) für uns etwas Leckeres zu essen zaubern wollten. Und das war es. Es gab frisches Thunfisch-Steak, Tintenfisch in verschiedenen Variationen, Salat und Reis. Ein Gaumenschmauß. Danach habe ich mich zum Surf-Beach bringen lassen und mich für rund 2 Stunden in die Wellen gestürzt. Ich wollte, bevor es ins Surfcamp geht, noch ein bisschen das Gefühl zurück gewinnen. Aber irgendwie habe ich mich mehr verausgabt als das ich als Surf-Profi aus dem Wasser gekommem bin.
Beach von Unawatuna
Beach von Unawatuna
Beach von Unawatuna
Am Abend gab es das wohl beste Curry, was ich je gegessen habe. Der hauseigene Koch hat diverse Curry-Variationen für uns gezaubert und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu essen. Ein Träumchen. Anschließend haben wir uns mit den Leuten zusammengesetzt und ein bisschen was getrunken und gequatscht. Wir hatten alle noch den Vorabend in den Knochen, allerdings war es Samstagabend und an diesem Tag findet die größte Party im Umkreis statt. Nach einem Münzwurf war dann klar, dass wir auch diese Party mitnehmen wollten und los ging die Reise ins Kingfisher. Was für eine Party…
leckeres Curry im Hostel :-)
So, und hier mal ein kleiner Exkurs zum Thema Drogen: Da ich ja jetzt wieder Zuhause bin und sich keiner mehr Sorgen machen muss, gibt es hier mal ganz besondere Einblicke von mir. Backpacker und Drogen, das ist ein wirklich großes Thema. Als würde man durch die Reise alle Grundsätze vergessen, Drogen ist für viele auf so einer Tour ein Muss. Ob Gras in großen Mengen (was ja noch harmlos ist), Pilze, Ecstasy oder sonstige Substanzen. Drogen sind allgegenwärtig und man wird wirklich entgeistert angeschaut, wenn man nein sagt. „Aber du bist doch im Urlaub“ – na und? Nur weil ich im Urlaub bzw. auf Weltreise bin heißt das, dass ich meinen Körper mit Drogen zerstören darf? Es scheint ein Gefühl von Freiheit für viele Menschen zu sein. Und eine Möglichkeit etwas zu tun, wenn keiner hinschaut, den man kennt. Ich bin schon immer Anti-Drogen gewesen. OK, ich habe viele Jahre geraucht und gönne mir auch mal ein gutes Glas Wein (oder zwei oder drei ;-) aber alles, was man als harte Drogen bezeichnet ist für mich absolut tabu.

In Sri Lanka aber dann der Höhepunkt. Auf dem Weg zur exklusiven Samstags-Party im Kingfisher wurden bereits im Tuk Tuk „Substanzen“ ausgetauscht. „Willst du auch?“ – „Nein, aber was ist das?“. Ein lächeln, ein schlucken und ein nachspülen mit der Bierdose. „Ecstasy, schon einmal probiert?“ – „Nein, warum sollte ich?!“. Ganz entsetzt wurde ich angeschaut, denn die Antwort war für die Leute ganz klar „Damit kann man die ganze Nacht durchtanzen“. Kann man das nicht auch so?! „Alkohol ist teuer und macht einen Kater, die Pillen sind günstig und haben einen gigantischen Effekt!“ Ich hab mich davon nicht beirren lassen und denen ganz klar signalisiert, dass Drogen und ich nicht zusammenpassen.

Im Kingfisher war nicht viel los, es hat geregnet und somit haben nicht viele Touristen den Weg zur Stranddisco gefunden. Wenige Einheimische sind im Club, vor allem Männer müssen in Sri Lanka meist einen Eintritt zahlen, damit sie nicht in der Überzahl sind und weibliche Touristen angraben. Von irgendeinem Barbesitzer, der zur oberen Schicht in Sri Lanka gehört, gab es kostenlose Getränke für uns. Da ich nur mit den beiden Hotelbesitzern und Einheimischen unterwegs war, gehörte ich mit zur Runde und habe somit auch von den kostenlosen Getränken profitieren können. Mir ist aber schnell aufgefallen, dass sich alle weitere Drogen reingehauen haben. In ihre Gläser als Getränkemix oder direkt in den Rachen. Langsam wurde es mir zu bunt. Ich fühlte mich nicht unwohl, ich war mir nur nicht sicher ob die mein NEIN zu Drogen auch als nein sehen. Dann hat mir ein Junge sein Getränk angeboten von dem ich wusste, dass er da gerade Drogen reingemixt hatte. Ich sagte nein und er lachte und verstand, dass ich mit dem Zeug nichts zu tun haben möchte. Ich war verunsichert und hab in einer unbeobachteten Sekunde mein Getränk weggeschüttet und hab mir eine verschlossene Flasche Wasser an der Bar gekauft. Sicher ist sicher. Die Party war cool, auch für mich ganz ohne Drogen. Wir haben ausgiebig getanzt und den Abend genossen. Dann ging es weiter in die Wohnung des oberschichtigen Barbesitzers zur After Party. Hanna, das Mädel vom Hostel und ich sind dann mit einem Freund von Hanna, einem einheimischen Tuk Tuk Fahrer, etwas zu essen holen gefahren. Auf dem Hinweg ging es aber nicht direkt zur Imbissbude, er musste nämlich noch was erledigen und wir sind bei seinem Cousin vorbei fahren. Angekommen an einem wirklich prachtvollen Anwesen wurden wir von seinem Cousin empfangen und ins Haus gelassen. Und dort dann das wirklich unfassbare in meinen Augen. Der ganze Küchentisch lag voll mit diversen Drogen, die der arme Tuk Tuk Fahrer für den Barbesitzer abholen sollte. Ich hab gedacht ich sehe nicht richtig. Sichtlich verwirrt hat mich Hanna dann zur Seite gezogen und gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen sollte. Wir würden jetzt direkt wieder fahren. Nach dem Imbiss hatte ich dann aber nicht mehr wirklich Lust auf die Hausparty. Somit habe ich Hanna dort abgesetzt und Joschua, den Hostelbesitzer, abgeholt und wir sind dann zusammen zurück zum Hostel gefahren. Oh man… was für eine Nacht!
die wilde Partynacht in Unawatuna
Am anderen Morgen wieder Katerstimmung. Da ich aber vor Abreise noch den Jungle Beach sehen wollte, habe ich mich nach dem Frühstück mit der Russin auf den Weg dorthin gemacht. Auf einmal sprach die Dame wie ein Wasserfall mit mir und wir hatten wirklich Spaß, als wir gemeinsam am Strand abgehangen haben. Zurück ging es rechtzeitig zum Mittagessen, denn ich hatte mir zum Abschied noch einmal ein besonderes Reis- und Curry-Gericht vom Koch gewünscht. Und auch das war mal wieder ein Highlight. Danach ging es für mich zum Bus. Die Verabschiedung war lang. Ich hab die Leute verdammt lieb gewonnen und wollte gar nicht gehen. So schnell kann sich ein Blatt wenden…
Aussicht auf den Jungle Beach
Mit einem breiten Grinsen und dem Gefühl, endlich in Sri Lanka angekommen zu sein habe ich mich dann auf den Weg nach Weligama ins Surfcamp gemacht. Ich war einfach gut gelaunt und habe die wirklich stickige und warme Busfahrt einfach mit einem Lächeln weggeschwitzt. 
Busfahrt nach Weligama - mein Rucksack ganz bequem auf dem Fell ;-)
Angekommen im Surfcamp dann die bitterböse Enttäuschung, die sich leider bis zum Ende des Surfcamps durchgezogen hat. Ich habe zwar jeden Tag gehofft, dass sich das Blatt so wenden wird wie in Unawatuna, aber leider Fehlanzeige. Und daher werde ich darüber nicht viel berichten außer, dass ich da einfach fehl am Platz war und ich auch nach einer Woche Surfunterricht nicht wirklich besser geworden bin. Viel Geld für diesen Mist und zudem 7 Tage am gleichen Fleck – das erste Mal auf meiner ganzen Reise hatte ich das Gefühl, dass ich eine falsche Entscheidung getroffen habe. Aber wie sage ich ja immer so schön, alles hat seinen Grund. Nur diesen habe ich bis heute nicht gefunden… Ich hätte besser jeden Tag an einem anderen Strand mit einem lokalen Surflehrer surfen können als in diesem Camp gebunden zu sein. So hätte ich jeden Tag was anderes gesehen und andere Leute kennengelernt. Weil die Leute im Camp hatten aus meiner Sicht nicht mehr alle Latten am Zaun. Oder anders gesagt, ich war einfach fehl am Platz, da alle zusammengepasst haben, außer ich (und meine finnische Freundin)… Hätte, hätte – Fahrradkette…

Warum ist das so suboptimal verlaufen? Bei der Ankunft wurde ich einfach geparkt, da die Herrschaften am Vorabend alle so viel getrunken hatten, dass keiner es geschafft hat, die Zimmer zu reinigen. OK. Aber da ich bekanntlicher Weise den Abend vorher auch lange gezaubert hatte, hätte ich mich gern ein wenig hingelegt. Somit durfte ich mich zu den Alkoholleichen an den Tisch setzen, die bereits die ersten Kisten Bier wieder leer hatten und mich mit ihrem dämlichen Gelaber einfach nur genervt haben. Ich hab das Ganze ausgesessen und dann bin ich  abends noch mit der Bande essen gegangen (war ja inkl.) und hab mich dann auch ins Bett verkrochen. So von wegen, hoffentlich wird es morgen besser….

Aber nein, am anderen Tag meine erste Surfstunde, die eigentlich ganz gut verlaufen ist. Vor allem da ich noch neue Techniken erlernt habe, die mir beim besseren und sicheren Surfen helfen werden. Der 18-jährige australische Surflehrer hat einen guten Eindruck gemacht und somit habe ich mich auf den Folgetag gefreut. Nachmittags gab es einen wirklich leckeren Happen zu essen und wir sind ein wenig durch die Stadt Weligama gezogen. Meine Flip Flops haben den Geist aufgegeben und daher wollte ich mir neue zulegen. Dass ich aber dann von einem Ladenbesitzer aus dem Shop geschmissen wurde, weil ich den Laden zum 2. Mal besucht und nichts gekauft hatte, ist mir noch nie passiert. Das wäre eigentlich der Punkt gewesen die Stadt zu wechseln. Aber hey, da war ja noch das komische Surfcamp… an diesem Abend gab es eine kostenlose Surf-Yoga-Stunde und danach ein Welcome-BBQ, was aber eher ungemütlich war. Die ganzen Damen des Sufcamps (kurzes Höschen, Arsch Wackeln und eine übertriebene Best-Friend-Gesellschaft) und die obercoolen Surfboys waren so eine eingeschweißte Truppe, dass Susa (meine finnische Freundin) und ich keine Chance hatten, uns der Gruppe anzuschließen. Und somit ging es dann nach dem Essen wieder schnell ins Bett…

Straßenmarkt in Weligama
Fotos mit Einheimischen :-)
Der nächste Morgen drehte sich natürlich wieder ums Surfen, wo ich wirklich ein paar gute Wellen bekommen habe. Danach habe ich gegammelt, weil auch einfach nicht viel zu machen war. Nachdem man 3 h in der prallen Sonne gesurft hat, will man sich auch nicht direkt an den Strand legen. Ich hab mich somit in mein Bett gekuschelt und bin gegen Abend mit Susa noch zum Strand, wo wir eine tolle Bar entdeckt haben. Direkt am Strand mit Tisch und Stühlen habe ich diesen Fleck genutzt, um ein bisschen an meinem Blog zu schreiben. Abend habe ich mir dann den Sonnenuntergang angeschaut und den Klängen der singenden Girlband aus unserem Camp gelauscht. Wie Kleinkinder saßen die Beauties Hand in Hand am Strand und sangen. Und sagen... Nervig...

Sonnenuntergang Weligama
Sonnenuntergang Weligama
Am Mittwoch war der Tagesablauf genau wie am Dienstag. Morgens surfen, dann Mittagessen und dann bin ich zum Strand und habe mich in die Rasta-Bar gesetzt, geschrieben und dabei eine frische Kokosnuss getrunken. Am Abend aber dann ein kleines Highlight – Party in der Tika Bar. Das ist die Bar, in der wir jeden Abend gemeinsam gegessen haben. Aber die Musik war schlecht, die Stimmung so lala und die eingeschweißte Gruppe hat nicht einmal wirklich Platz auf der Tanzfläche für die Neulinge gemacht. Echt billig…

Am anderen Tag dann mal eine andere Reihenfolge. Die Mittwochsparty artet scheinbar immer ein wenig aus, sodass die Surfstunde immer erst nachmittags stattfindet. Somit habe ich erstmal lange geschlafen und tagsüber mal wieder gegammelt, Blog geschrieben und die Rasta-Bar besucht :-) Nach der Surfstunde am Nachmittag haben Susa, Tea (ein Mädel aus Prag) und ich uns auf dem Weg nach Mirissa gemacht. Ein Ort neben Weligama mit einem wirklich langen Strand und vielen Restaurants direkt am Meer. Und da an diesem Tag das Essen im Surfcamp nicht inklusive war, haben wir uns dort mit frischem Fisch verwöhnen lassen :-)

Surfcamp "Elsewhere"
mit schön viel Zink gegen die Sonne ins Wasser ;-)
Dann war auch schon Freitag, der letzte Tag mit einer offiziellen Surfstunde. Hier sind wir dann zu einem anderen Surfspot gefahren, den ich gar nicht so lustig fand. Susa und ich waren noch nicht so sicher für diese großen Wellen und überhaupt haben sich unsere Lehrer mehr für ihre eigenen Wellen interessiert als für uns und daher habe ich, nachdem ich wirklich häufig böse vom Brett gefallen bin, nach einer wirklich guten Welle mein Board gepackt und bin aus dem Wasser gegangen. Wie ich es sonst auch gemacht habe zum Ende jeder Stunde: man hört mit einem Erfolgserlebnis auf. Aber hier war mir klar, dass ich weder noch kraft zum Paddeln habe, noch Lust hatte mich da von den Wellen umbringen zu lassen. Abends gab es dann noch ein Essen mit der Gruppe, 2, 3 Bierchen (war ja Freitag) und dann war das Thema auch schon wieder durch für mich. Ich sehnte mich schon nach Sonntag, wo es dann endlich weiter ging für mich :-)
kleiner Strand in der Nähe vom Camp
kleiner Strand in der Nähe vom Camp - Rasta Bar
kleiner Strand in der Nähe vom Camp
Den Samstag habe ich gemütlich gestaltet. Ausschlafen, Fotos von der Region machen, der Rasta-Bar ein letztes Mal einen Besuch abstatten und zum Sonnenuntergang sind Susa, Tea und ich dann nach Mirissa gefahren. Uns hat die Strandpromenade so gut gefallen, so dass wir unseren letzten Abend auch dort mit frischem Fisch verbringen wollten :-)

Fischer in Weligama
kleine Siedlung in Weligama
Aussicht von der Tika Bar auf Fishermans Bay
Aussicht von der Tika Bar auf Fishermans Bay
Weligama Beach
Susa, Tea und ich im Tuk Tuk nach Mirissa
Sonnenuntergang Mirissa Beach
Abendessen direkt am Mirissa Beach
Dann war endlich Sonntag – ABREISETAG. Als ich meine letzten Sachen in den Rucksack packen wollte musste ich leider feststellen, dass der Hund des Camps die letzte Nacht nicht alleine verbracht hat. Er und mein Flip Flop haben heiße Stunden erlebt, sodass ich mein Projekt "neuer Schuh" doch schneller umsetzen musste, als zunächst angenommen.... grrr... 
mein angekauter Flip Flop...
Ich war noch nie so glücklich. Susa und ich haben uns dann auf den langen Weg nach Ella gemacht. Standesgemäß im Bus für Einheimische, 5-6 h ohne Klimaanlage. Ole… aber das war uns egal… weg aus dem Surfcamp, weg von den Beauties und Vollidioten war die Devise. Ihr müsstet in meinem nicht vorhandenen Enthusiasmus gemerkt haben, dass das Surfcamp eine wundervoll Erfahrung war. Ich habe mich noch nie auf meiner ganzen Reise so gelangweilt wie da…  

Das wars erst einmal von mir, der zweite Teil folgt in der nächsten Woche :-)

Es grüßt Euch herzlich,
Eure Sandra

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